Interview mit dem Datenschutzexperten Olaf Tenti zur DSGVO

„Der Datenschutz beginnt in den Köpfen, und nicht auf dem Kanzleiserver.“

Am 25. Mai 2018 endet die zweijährige Übergangsfrist der DSGVO. Dieser Tag wird zeigen, welche Anwaltskanzleien dafür bereit sind – und welche nicht. Im folgenden Interview spricht der Datenschutzbeauftragte der Firma Hülskötter, Olaf Tenti, über mögliche Folgen und sagt, warum die DSGVO nicht rein technisch zu bewerten ist.

Herr Tenti, worauf müssen sich Anwaltskanzleien in Sachen DSGVO einstellen?

Olaf Tenti: Grundsätzlich müssen sich Anwaltskanzleien darauf einstellen, bis spätestens zum 25. Mai 2018 eine genaue Rechenschaft über die maschinelle Verarbeitung ihrer Daten ablegen zu können. Dabei sollten Sie sich schon heute vor Augen führen, dass künftig Bußgelder fällig werden, wenn Kanzleien keine genauen Auskünfte darüber erteilen können. Allerdings bleibt abzuwarten, inwieweit die vorgesehenen Strafen tatsächlich verhängt werden.
Außerdem werden sich bei der Einwilligung zur personenbezogenen Datenverarbeitung einige Dinge ändern. Das betrifft zum Beispiel die Erhebung von Daten Minderjähriger, also von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren. Des Weiteren müssen geeignete Prozesse in Kanzleien eingeführt werden, mit deren Hilfe sie Datenauskünfte erteilen können. Ansonsten kann man konstatieren, dass die DSGVO der Datenschutz nicht neu erfindet und entsprechende Regeln und Vorschriften auch schon davor existierten. Allerdings beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass mit der Neufassung des Datenschutzes das Thema ganz neu bewertet wird. Wird es aber nicht.

Was sollten Anwaltskanzleien bis zum 25. Mai 2018 auf jeden Fall erledigt haben?

Dazu gehört auf jeden Fall ein Verzeichnis über die maschinelle Verarbeitung personenbezogener Daten. Darüber hinaus müssen eindeutige Prozesse definiert und eingeführt werden, wie Datenverluste gemeldet und Datenauskünfte erteilt werden können. Außerdem muss jede Kanzlei eine Risikofolgeabschätzung abgeben können, wie sie besonders sensible Daten verarbeitet. Dazu gehören beispielsweise die sexuelle Orientierung eines Menschen, dessen Zugehörigkeit zu einer Partei oder Gewerkschaft und ähnliche Informationen.

Wie hoch schätzen Sie den vorbereitenden Aufwand in Sachen DSGVO ein?

Das hängt maßgeblich von der Größe und der Struktur einer Kanzlei ab. Angenommen, eine Anwaltskanzlei weist einen Standort auf und beschäftigt etwa 15 Mitarbeiter. Will sie in solch einem Fall die vorbereitenden DSGVO-Arbeiten alleine erledigen (also ohne die Hilfe eines Datenschutzexperten), kommt auf die Kanzleien vorbereitender Aufwand von etwa 20 Tagen zu. Dieser Zeitaufwand lässt sich mithilfe einer externen Beratung auf 5 Tage reduzieren. Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf Anwälte, die mit dem Datenschutz bisher noch gar nichts am Hut hatten.

Welche Behauptungen gehören denn in die Kategorie „DSGVO-Mythen“?

Da gibt es einige. So wird beispielsweise behauptet, dass der Datenschutz gemäß der DSGVO durch Technik neu gestaltet wird, was aber ganz und gar nicht den Tatsachen entspricht. So mussten Kanzleien schon immer nachweisen können, dass sie mithilfe geeigneter technischer Maßnahmen die Sicherheit personenbezogener Daten gewährleisten können. Das betrifft auch das explizite Löschen von Daten, was ebenfalls seit langem möglich sein muss.

Welche technischen Maßnahmen sollte man in Sachen Datenspeicherung treffen?

Das ist ein so komplexes Thema, dass ich dazu keine genaue Antwort geben kann. Einen guten Ratschlag hätte ich allerdings parat: Anwaltskanzleien sollten nicht glauben, dass man sämtliche Arbeiten und Aufgaben im Rahmen der DSGVO mithilfe geeigneter Werkzeuge erledigen kann. Die DSGVO gibt nicht explizit vor, wie Daten von Datenspeichern entfernt werden müssen. Außerdem, wenn man personenbezogene Daten ordnungsgemäß speichert und davon z.B. Backups anlegt, kann man gar nicht genau sagen, wo sich diese Daten im Einzelnen befinden. Natürlich müssen Kanzleien auf Anforderung eines Betroffenen aus der jeweiligen Anwendung seine Daten löschen können. Und ich möchte es nochmals sagen: Datenschutz beginnt in den Köpfen, und nicht auf dem Kanzleiserver, auf dem die Daten gespeichert werden.

Inwieweit hilft die QM-Zertifizierung einer Kanzleiorganisation hinsichtlich der DSGVO?

Eine zertifizierte Anwaltskanzlei kann damit auf jeden Fall das Einhalten ihrer Arbeitsabläufe in Form von Prozessen nachweisen. Außerdem wird eine Kanzlei dadurch gezwungen, bestimmte Prozesse zu etablieren und zu dokumentieren, und das auf Basis einheitlicher Vorlagen. Allerdings sollte man nicht das Gefühl haben, einem Großteil der DSGVO-Anforderungen zu entsprechen, nur, weil man QM-zertifiziert ist. Aber, und das könnte für die Zertifizierung sprechen, hat man sich schon einmal mit dem Thema Prozessoptimierung eingehend beschäftigt.

Kann ein Umzug ins Rechenzentrum helfen, den DSGVO-Anforderungen besser zu entsprechen?

Sagen wir mal so: Es ist immer besser, seine IT-Landschaft in die Hände von Profis zu legen, als das ganz alleine machen zu wollen. Aber auch hier gilt: Der Umzug in ein Rechenzentrum, selbst wenn dieses zertifiziert ist, macht nur einen Bruchteil dessen aus, was die DSGVO in Sachen Datenschutz fordert. Denn im Vordergrund stehen die Anpassungen der Prozesse, und nicht so sehr der Technik. Man sollte sich also nicht von der Annahme verleiten lassen, dass mit dem Umzug ins Rechenzentrum alle Versäumnisse in Sachen Datenschutz behoben sind. Denn die finden leider immer noch zu einem Großteil in den Kanzleien statt. Und das hat in vielen Fällen nichts mit der Technik zu tun.

Interview mit Jennifer Hülskötter: "Wir kommen unserer Vision vom Fullservice-Anbieter für Anwaltskanzleien näher"

Jennifer Hülskötter von Hülskötter & PartnerMit Jennifer Hülskötter betritt ein weiteres Mitglied der Familie Hülskötter die IT-Bühne. Denn die Tochter von Geschäftsführer und Gründer Gerhard Hülskötter zeichnet seit dem 1. Dezember 2015 für die Bereiche Marketing und Organisation verantwortlich. Dabei kommt sie ursprünglich aus einer ganz anderen Ecke, wie sie selber sagt:
„Eigentlich bin ich Biologin mit einem Schwerpunkt in Bioinformatik. In meiner Masterarbeit hatte die Bioinformatik einen großen Anteil, ich habe also eine sehr gute Basisausbildung und einen guten Zugang zur IT.
Familienbedingt gibt es zudem eine große Nähe zu Hülskötter & Partner, und in der Vergangenheit habe ich ja schon öfter mal ‚hineingeschnuppert‘. Als dann die Frage kam, ob ich Lust hätte, für Hülskötter & Partner zu arbeiten, lag die Antwort ziemlich nahe.“
Konzeptionelle Stärken, projekt- und teamorientiert – das ist Jennifer Hülskötter
Aufgrund ihres Studiums kennt Frau Hülskötter zudem akademisches, also projektorientiertes, konzeptionelles und teamgebundenes Arbeiten. Damit bringt sie ideale Voraussetzungen für ihre Aufgaben bei Hülskötter & Partner mit. Zudem war und ist Jennifer Hülskötter in der Firma ihres Vaters keine Unbekannte, was die Einarbeitung ins Team sehr erleichtert hat.
Doch was muss man sich genau unter ihrer Positionsbezeichnung „Marketing & Organisation“ vorstellen? Nun, ihre Aufgaben bezeichnet Frau Hülskötter selbst als umfang- und abwechslungsreich:
„Zu meinen ersten Aufgaben gehörte es, ein komplett neues ERP- und CRM-System einzuführen, das uns helfen soll, Kunden künftig noch besser und gezielter betreuen zu können. Daneben obliegt mir die Planung und Umsetzung einer Veranstaltungsreihe, die wir  gemeinsam mit der Deutschen Post AG durchführen. Dabei steht vor allem die Einführung der E-POST-Schnittstelle in Advoware im Vordergrund, was für Anwaltskanzleien zahlreiche Vorteile bringt.  
Das andere große Projekt ist die Advoliga, deren Einführung und Aufbau mir übertragen wurde. Dabei kümmere ich mich um das Verdrahten aller Beteiligten, um die notwendigen Werbemaßnahmen und das Marketing. Aber auch um interne, organisatorische Aufgaben kümmere ich mich bei Bedarf.“
Und was macht Jennifer bisher am meisten Spaß? „Das Team hier ist klasse, und natürlich die Möglichkeit, mich entfalten, eigene Ideen entwickeln und mein Know-how einbringen zu können, finde ich toll. Insbesondere das selbständige Arbeiten, wie es in unserer Firmenphilosophie verankert ist, liegt mir sehr.
Schließlich ist es mein erklärtes Ziel, mich eines Tages in der Geschäftsleitung von Hülskötter & Partner wiederzufinden. Aber natürlich begeistern mich unsere anspruchsvollen Kunden, die täglich neue Herausforderungen an mich und das ganze Team stellen.“
„Das Potential der Advoliga begeistert mich – und andere Beteiligte!“
Darüber hinaus hat Jennifer Hülskötter ihre ganz konkreten Vorstellungen, wie sich ihre Arbeit auf den Gesamterfolg von Hülskötter & Partner positiv niederschlagen wird. „Der Aufbau der Advoliga wird mittel- bis langfristig mein primäres Ziel sein. Bis Ende des Jahres soll die Basisstruktur stehen, danach geht es um eine kontinuierliche Verbesserung des Netzwerks und der Kooperationen.
Das Potential der Advoliga begeistert mich und andere Beteiligte, sodass wir aus diesem Anwaltsnetzwerk etwas ganz Besonderes machen werden, von dem alle profitieren. Neben dem Marketingaspekt bietet die Advoliga für Anwälte eine erstklassige Möglichkeit, ihr Team schwerpunktmäßig im Bereich Marketing, IT-Sicherheit und Organisation auszubilden. Mit einem Wort: zukunftssicher zu machen. Darauf freue ich mich!“
Mit dem Eintritt der neuen Generation geht Hülskötter & Partner einen weiteren Schritt vom Kanzleisoftware-Dienstleister zum Beratungsunternehmen für Juristen. Damit kommt das Unternehmen aus Nordwalde seiner Vision vom „Fullservice-Anbieter für Anwaltskanzleien“ einen großen Schritt näher.

Interview mit Sascha Saal von Konica Minolta Business Solutions zur Kooperation mit Hülskötter & Partner

Die Digitalisierung der Anwaltsbranche ist nicht erst mit Ankündigung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA) zu einem oft diskutierten Thema geworden. Auch bei Hülskötter & Partner steht sie schon seit geraumer Zeit ganz weit oben auf der Agenda.
Daher sind wir umso glücklicher und auch ein wenig stolz, die Kooperation mit der Konica Minolta Business Solutions Deutschland GmbH verkünden zu dürfen. Diese Zusammenarbeit wird allen Beteiligten von großem Nutzen sein: den Kunden von Konica Minolta, die ab sofort einen direkten Zugriff auf eine ausgefeilte und praxistaugliche Kanzleisoftware erhalten. Und natürlich unseren Kunden, denen wir noch besser bei der Transformation vom analogen ins digitale Zeitalter helfen können.
Sascha Saal von Konica Minolta Business SolutionsUm besser zu verstehen, was es mit der Kooperation zwischen Konica Minolta und Hülskötter & Partner auf sich hat, habe ich das folgende Interview mit Sascha Saal geführt. Herr Saal ist der zuständige Projektverantwortliche für diese Zusammenarbeit und verfügt über detaillierte Einblicke in die Kooperation zwischen Konica Minolta und Hülskötter & Partner.
Advoblog: Herr Saal, wie kam es zu der Kooperation mit Hülskötter & Partner?
Sascha Saal: Diese Kooperation, über die wir uns sehr freuen, hat mit der strategischen Entscheidung seitens Konica Minolta Business Solutions zu tun, in Zukunft Projekte und Geschäfte verstärkt auf vertikale Märkte auszurichten, wozu zweifelsohne die Anwaltsbranche gehört. Bei unseren Recherchen nach geeigneten Partnern und deren Softwarelösungen sind wir auf die Kanzleisoftware Advoware gestoßen, deren Marktstellung und Leistungsfähigkeit uns sofort überzeugt hat.
Darüber hinaus passen Hülskötter & Partner als wichtiger Geschäftspartner der Advoweb perfekt zu unseren eignen Vertriebsstrukturen, da wir ausschließlich mit Kooperationspartnern zusammenarbeiten, die zentral organisiert sind. Und das leisten Hülskötter & Partner in Zusammenarbeit mit der Advoweb vortrefflich, indem sie ein einheitliches Management, einheitliche Software-Versionen und andere Vorzüge bieten. Außerdem haben uns das Produkt Advoware und die Marke Advozon von Anfang an beeindruckt, was uns ebenfalls darin bestärkt hat, dass Hülskötter & Partner der richtige Kooperationspartner ist.
Wie muss man sich diese Zusammenarbeit vorstellen und welchen Vorteil bietet sie Kunden?
Saal: Diese Zusammenarbeit erlaubt es Konica Minolta und Hülskötter & Partner, die Digitalisierung der Anwaltsbranche auf die nächste Stufe zu hieven. Hierfür bieten wir mit unseren Multifunktionssystemen die passende Hardware, und Hülskötter & Partner steuern die richtige Software bei.  Hierdurch bieten wir unseren Kunden, den Anwaltskanzleien, die bestmögliche Lösung für die Digitalisierung ihrer gesamten Arbeitsabläufe.
Dafür sorgt unter anderem das Scanner-Tool Advoscan Plus von Hülskötter & Partner, das wir künftig bei Bedarf auf unseren Multifunktionssystemen integrieren werden. Damit können Kanzleien ihre gesamte papierbasierte Eingangspost digitalisieren und mandatsbezogen zuordnen.
Welchen Beitrag leistet Konica Minolta zu dieser Kooperation?
Wir ermöglichen mit unseren Multifunktionssystemen den direkten Zugriff auf die Datenbank von Advoware, was zum einen das Verknüpfen von digitalisierten Dokumenten mit Mandatsakten erlaubt und zum anderen eine revisionssichere Langzeitarchivierung des gesamten Datenbestands innerhalb einer Kanzlei ermöglicht.
Hierfür haben wir eine Software entwickelt, die wir direkt auf unseren Multifunktionssystemen bereitstellen und die in beide Richtungen mit Advoware kommunizieren kann. Damit können Kanzleien direkt von unseren Multifunktionssystemen auf Akten und das Adressbuch von Advoware zugreifen, aber auch einzelnen Mandaten erforderliche Kopien zuordnen, was die Berechnung solcher Aktivitäten deutlich vereinfachen wird.
Was ist das mittel- bis langfristige Ziel Ihrer Zusammenarbeit? 
Wir wollen gemeinsam mit Hülskötter & Partner die Digitalisierung der Anwaltsbranche vorantreiben und für unsere Kunden die bestmögliche Unterstützung bieten. Anwälte und Juristen können somit künftig darauf vertrauen, dass wir ihre Transformation vom analogen ins digitale Zeitalter gemeinsam unterstützen und sie sich in zuverlässigen Händen befinden. Darüber hinaus streben wir eine gemeinsame Wertschöpfung und eine gemeinsame Vertriebsstrategie an, zum besten Ergebnis für unsere gemeinsamen Kunden.
Trotz dieser engen Zusammenarbeit achten wir auf eine höchstmögliche Transparenz, damit unsere gemeinsamen Kunden stets wissen, welche Lösung von welchem Partner kommt. Damit soll klar sein, dass Hülskötter & Partner für Advoware und Advoscan Plus verantwortlich sind und die Multifunktionssysteme samt der integrierten Softwarelösung von Konica Minolta stammen.
Gibt es gemeinsame Aktionen, um die Kooperation für Kunden bekannter zu machen?
Neben der Produktdemo, die wir auf der diesjährigen CeBIT in Hannover zahlreichen Interessenten zeigen durften, sind für dieses Jahr weitere Aktionen geplant. Dazu gehört ein gemeinsamer Auftritt auf dem neunten Kölner Anwaltstag am 3. Mai 2016 sowie eine Produktvorführung anlässlich des 67. Deutschen Anwaltstags vom 1. bis 3. Juni 2016 in Berlin.
Können Sie von ersten gemeinsame Projekten berichten?
Ja, das können wir, zumal wir uns schon seit längerem mit dem Thema digitaler Workflow in Anwaltskanzleien beschäftigen. Daher setzen bereits einige Kunden und Partner unsere Multifunktionssysteme in Verbindung mit der Software zur Abrechnung von Kopien und die Langzeitarchivierung erfolgreich ein. Zum Thema Advoware und Advoscan Plus werden wir in Kürze mit ersten Pilotprojekten beginnen, die uns helfen werden, die Digitalisierung der Anwaltsbranche weiter voranzutreiben.

Interview: „Das TÜV-ISO-Zertifikat ist unser Zugang zum APRAXA-Anwaltsverzeichnis.“

Boris Boie von der Anwaltskanzlei Boie & HermannDie Sozietät Boie & Hermann betreibt im hessischen Heppenheim bereits seit vielen Jahren eine Anwaltskanzlei rund um die Schwerpunkte Arbeitsrecht, gewerblicher Rechtsschutz, IT-Recht, Medizinrecht und Urheberrecht.
Da sich der Anwaltskanzlei die Gelegenheit bot, im 85 Kilometer entfernten Bad Rappenau eine Zweigstelle zu gründen und diese im Anwaltsverzeichnis der APRAXA eintragen zu lassen, ergab sich die Notwendigkeit, die Rappenauer Kanzleiorganisation ISO-zertifizieren zu lassen. Hierbei haben sich Boie & Hermann von der advozon Kanzlei Konzept beraten und unterstützen lassen, und das von der Checkliste bis zur finalen Prüfung seitens des TÜV.
Hierzu haben wir mit Rechtsanwalt Boris Boie das folgende Interview geführt, in dem er darüber spricht, was er sich von der Zertifizierung verspricht, dass die Vorbereitung auf den TÜV-Termin mit recht geringem Aufwand verbunden war und dass sich der Prüfungstermin mit dem Begriff „entspannt“ am besten beschreiben lässt.
Advoblog: Herr Boie, warum haben Sie sich zertifizieren lassen?
RA Boris Boie: Da wir unsere neu gegründete Zweigstelle in Bad Rappenau in das Anwaltsverzeichnis der Firma APRAXA aufnehmen lassen wollten, kamen wir nicht umhin, die dortige Kanzleiorganisation zertifizieren zu lassen. Das ist nämlich die Grundvoraussetzung für die Mitgliedschaft innerhalb der APRAXA. So kam auch der Kontakt zur advozon Kanzlei Konzept zustande, die uns seitens der APRAXA empfohlen wurde. Die APRAXA ist vor allem wegen unserer rechtsschutzrelevanten Fachgebiete wie Arbeits-, Medizin-, IT-, Miet- und Verkehrsrecht sehr interessant.
Warum haben Sie nur den Nebenstandort Bad Rappenau zertifizieren lassen?
Wir wollten von Anfang an der neuen Zweigstelle in Bad Rappenau dieselbe professionelle Struktur verpassen, die wir schon seit Jahren in unserer Hauptniederlassung in Heppenheim praktizieren. Darüber hinaus planen wir zunächst einmal nur mit der Rappenauer Kanzlei im APRAXA-Anwaltsverzeichnis geführt zu werden. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass wir die Kanzleiorganisation in Heppenheim zu einem späteren Punkt ebenfalls noch zertifizieren lassen.
Wie aufwändig waren die Vorbereitungen vor dem Prüfungstermin?
Der Aufwand hielt sich sehr in Grenzen, da wir schon seit vielen Jahren mit einer professionellen Kanzleistruktur samt standardisierter Abläufe und Arbeitsprozesse arbeiten. Das bestätigte sich dann anhand der Checkliste, die wir von der advozon Kanzlei Konzept zu Vorbereitungszwecken erhalten hatten. Diese war nahezu identisch mit den Vorgaben, die wir bereits innerhalb unserer Kanzlei in Heppenheim erfüllen.
Wir mussten lediglich an einigen, wenigen Stellen nachbessern wie zum Beispiel dem Absolvieren eines Ersthelferkurses, den einer unserer Mitarbeiter besuchen wird, damit wir auch diese Voraussetzung erfüllen. Damit entspricht die Kanzlei in Bad Rappenau von ihrer Organisation her weitestgehend der in Heppenheim, was aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit von größter Wichtigkeit ist.
Wie beschreiben Sie die Unterstützung seitens der advozon Kanzlei Konzept?
Ein Blick in das Kundenzufriedensheitformular, das wir im Anschluss an die Zertifizierung ausfüllt haben, zeigt es: Die advozon Kanzlei Konzept hat unsere Erwartung vollumfänglich erfüllt, denn wir fühlten uns sehr gut betreut und erlebten eine sehr gute Vorbereitung auf die TÜV-Prüfung. Vor allem die individuelle Betreuung, die trotz der standardisierten Vorgehensweise möglich war, hat uns beeindruckt. Damit wurden auch die Besonderheiten unserer Kanzlei sehr gut erkannt und in den gesamten Zertifizierungsprozess übernommen. Aber auch die Besuche in unserer Kanzlei verliefen sehr gut und professionell und wir fühlten uns sehr gut aufgehoben.
Wie ging die TÜV-Prüfung vonstatten?
Trotz aller Anspannung, die man vor jeder Prüfung verspürt, verlief die Prüfung seitens des TÜV insgesamt sehr entspannt. Die Gespräche waren sehr gut, und auch die Zusammenarbeit mit den TÜV-Prüfern war sehr angenehm, was uns viel vom anfänglichen Druck genommen hat. Allerdings hatten beide Prüfer ein strenges Auge auf die Umsetzung der Zertifizierungsvorgaben, besonders in Sachen Datenschutz. Hierauf wurde äußerst penibel geachtet.
Wie werden Sie die ISO-Zertifizierung einsetzen?
Neben der bereits erwähnten Zugangsvoraussetzung für die APRAXA werden wir mithilfe des TÜV-Siegels auf unserer Internetseite und unseren Briefbögen darauf hinweisen, dass wir ISO-zertifiziert sind. Darüber hinaus planen wir ein Mandantenrundschreiben, mit dem wir unsere frisch erworbene TÜV-Zertifizierung kommunizieren werden. Erste Erfolge haben wir übrigens schon zu verzeichnen: Obwohl wir offiziell erst seit Mitte Juni das Zertifikat besitzen, wurden uns bereits die ersten Mandanten vermittelt, was uns in unserer Entscheidung mehr als bestätigt. Und das ist erst der Anfang.

Interview: "Senken Sie mit uns Ihre Vermögensschadenshaftpflicht."

Sascha Schwarz von Berschmidt & KollegenNicht erst seitdem bekannt ist, dass Versicherungsunternehmen mehr und mehr dazu übergehen, Mandanten bevorzugt an ISO-zertifizierte Anwälte und Anwaltskanzleien zu vermitteln, erlangt das Thema Zertifizierung eine eigene Bedeutung.
Aus diesem Grund ermöglicht es die advozon Kanzlei Konzept teilnehmenden Kanzleien, mithilfe einer Matrixzertifizierung in den Besitz eines TÜV-Zertifikats zu kommen.
Genau diesem Gedanken folgt die Kooperation zwischen Behrschmidt & Kollegen und Hülskötter & Partner. Diese sieht vor, dass das Maklerunternehmen aus Nürnberg dem Beratungs- und Vertriebsspezialisten für IT-Services aus Nordwalde deren zertifizierten Anwälten und Kanzleien eine besondere Rabattierung der Vermögensschadenhaftpflicht gewährt. Ermöglicht wird das aufgrund eines sehr lukrativen Rahmenvertrags, der zwischen Behrschmidt & Kollegen und der R&V Versicherung besteht.
Der Advoblog hat sich aus diesem Grund mit Sascha Schwarz von Behrschmidt & Kollegen über den aktuellen Stand der Zusammenarbeit unterhalten. Schwarz ist seit 2001 ausgebildeter Versicherungskaufmann, seit 2006 Versicherungsfachwirt und arbeitete bis 2008 bei der Victoria Versicherung AG mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung. Er ist seit 2010 bei der Behrschmidt & Kollegen Versicherungsmakler GmbH als COO aktiv. Schwarz studiert berufsbegleitend seit 2013 an der Hamburger Fernhochschule (HFH) Wirtschaftsrecht und wird diesen Studiengang voraussichtlich 2016 als Wirtschaftsjurist (LL.B.) abschließen.

Herr Schwarz, wofür steht die Firma Behrschmidt & Kollegen?

Sascha Schwarz: Wir sind ein Versicherungsmaklerunternehmen mit Sitz in Nürnberg mit zwei Schwerpunkten: Die Beratung von industriellen Firmen im Großraum Nürnberg und seit 2010 das Projekt jur.PROTECT, das sich mit dem Thema Vermögensschadenhaftpflicht beschäftigt. Obwohl es sich dabei um eine für Anwälte und Juristen verpflichtende Versicherung handelt, gibt es derzeit nur wenige Makler, die sich so intensiv wie wir mit dieser Disziplin beschäftigen. Und genau dort sehen wir unsere Fachkompetenz und unseren Mehrwert, und das bundesweit.

Wer oder was steckt hinter jur.PROTECT?

Hinter jur.PROTECT steckt der Ansatz, sich ganzheitlich um den Versicherungsschutz von Rechtsanwälten zu kümmern. Hierbei ist ein wesentlicher Bereich die Vermögensschadenshaftpflicht, für die wir mit der R&V Versicherung Sonderkonditionen vereinbart haben. Darüber hinaus kümmern wir uns um weitere versicherungstechnische Belange von Juristen. Ob Hausrat oder Brandschutz – wir wollen unsere Kunden ganzheitlich beraten und versichern. Dabei zählen Einzelanwälte genauso zu unseren Mandanten wie international aktive Anwaltskanzleien.

Wie kam die Koop mit Hülskötter & Partner zustande?

Angefangen hat diese auf der letztjährigen Hausmesse der APRAXA, mit denen sowohl wir als auch Hülskötter & Partner kooperieren. Auf dieser Veranstaltung kamen wir mit Herrn Gerhard Hülskötter ins Gespräch und haben recht schnell festgestellt, dass wir eine sehr kongruente Zielgruppe haben. Dabei entstand dann die Idee einer Zusammenarbeit, die in Verbindung mit der advozon Kanzlei Konzept und deren Matrixzertifizierung für Anwälte steht.

Was ist der wesentliche Gegenstand dieser Kooperation?

Ziel der Zusammenarbeit mit Hülskötter & Partner ist eine wesentliche Vergünstigung bei der Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung, die wir den Kunden von advozon Kanzlei Konzept anbieten können, wenn sich diese der Matrixzertifizierung anschließen. Davon profitieren dann alle: Die Kanzlei, die zertifiziert ist, das Versicherungsunternehmen, das zertifizierte Kanzleien bevorzugt und die Mandanten, die sich bei der Kanzlei sicher fühlen können. Umgekehrt erscheint uns vor allem das neue Produkt „Advozon Kanzlei-IT“ als eine sehr interessante Lösung, die wir unseren Mandanten wiederum empfehlen können. So profitieren wir und Hülskötter & Partner in verschiedene Richtungen.

Was tragen Sie zu der Kooperation bei?

Kunden von advozon Kanzlei Konzept können über unser Haus die Kosten der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung dauerhaft um etwa 30 bis 40 Prozent reduzieren, sofern die Kanzleiorganisation Kunde von advozon Kanzlei Konzept ist und erfolgreich beim TÜV zertifiziert wurde.

Was müssen Kunden tun, um über Sie versichert zu werden?

Zum einen müssen sie Kunde von advozon Kanzlei Konzept sein und zum anderen einen zweiseitigen Fragebogen ausfüllen, mit dessen Hilfe wir bestimmte Informationen abfragen. Dazu gehören Fragen nach den Beschäftigten der Kanzlei, um welche Versicherungssumme es sich handelt, und so fort. Sofern die Kanzlei im Bereich der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit unserem Haus zusammenarbeiten möchte, ist die Mandatierung im Rahmen eines Maklerauftrages notwendig, wodurch jedoch keine weiteren Kosten für die Kanzlei entstehen, denn –  wie marktüblich – werden die Courtagen des Versicherungsmaklers direkt durch den Versicherer vergütet. Weitere Voraussetzungen sind nicht erforderlich wie zum Beispiel die Begleichung eines regelmäßigen Mitgliedsbeitrag oder ähnlichem.